Trustly Casinos in der Schweiz: Funktion, Verfügbarkeit und Alternativen

Trustly Casinos bezeichnen Online-Casinos, die Ein- und Auszahlungen über den schwedischen Open-Banking-Dienst Trustly abwickeln, ohne Kartendaten oder separate Wallet. Für Schweizer Spielerinnen und Spieler bleibt die Methode im legalen Markt praktisch unerreichbar: Keine der öffentlich lesbaren Kassen der ESBK-bewilligten Online-Spielbanken führt Trustly.

Massgeblich ist dabei die Rechtsgeografie, nicht die Technik: Trustlys Betriebserlaubnis reist über den EWR-Pass der schwedischen Finansinspektionen, und die Schweiz gehört weder zum Europäischen Wirtschaftsraum noch kennt sie eine gesetzliche Pflicht zur Öffnung von Bankschnittstellen. Wer die Zahlung im Bankumfeld selbst autorisieren will, wählt bei ESBK-Casinos deshalb zwischen TWINT und PostFinance Pay – ab CHF 10, ohne Gebühr für Spielende und mit sofortiger Gutschrift.

  • Trustly: gegründet 2008, Sitz Stockholm, EWR-passportiertes Zahlungsinstitut mit einem Büro auch in Lausanne.
  • Trustly in ESBK-Kassen: bei keiner der neun lesbaren Zahlungslisten Schweizer Online-Spielbanken gelistet.
  • Bankenverankerte CH-Alternative: TWINT und PostFinance Pay, Mindesteinzahlung ab CHF 10, Auszahlung meist per Banküberweisung in 3–4 Arbeitstagen.

Trustly im Casino: Was es ist und wie es funktioniert

Gegründet wurde Trustly Group AB 2008 in Schweden, mit Hauptsitz in Stockholm; als Zahlungsinstitut steht das Unternehmen unter Aufsicht der schwedischen Finansinspektionen. Im europäischen Register ist es für Zahlungsauslösedienste (PIS) und Kontoinformationsdienste (AIS) eingetragen. Das ist die technische Grundlage von Open Banking: Eine Drittfirma erhält mit Zustimmung der Kundschaft direkten Zugriff auf die Bankverbindung, ohne dass eine Karte oder ein separates Guthabenkonto dazwischensteht.

Praktisch funktioniert eine Einzahlung laut Anbieter in vier Schritten:

  1. Trustly im Kassenbereich des Casinos auswählen.
  2. Die eigene Bank auswählen.
  3. Die Zahlung in der Bank-App oder per elektronischer Identität autorisieren.
  4. Fertig: Die Einzahlung ist damit ausgelöst.

Für Glücksspielseiten führt Trustly zusätzlich den kombinierten Ablauf «Pay N Play», der Einzahlung, Kontoregistrierung und Identitätsprüfung in einem Schritt bündelt. Nach eigenen Angaben ist dieser Ablauf in Schweden, Finnland, Estland, den Niederlanden und Grossbritannien verfügbar. Die Schweiz zählt nicht dazu.

Was die Anbieterangaben belegen – und was nicht

Vermarktet wird der Dienst vom Anbieter selbst als «the global leader in A2A payments» mit «Pay by Bank»-Lösungen, also als Zahlung von Konto zu Konto ohne Karte. Die eigenen Reichweitenzahlen widersprechen sich allerdings zwischen den Sprachversionen: Die englische Seite nennt rund 12’000 angebundene Banken und ein jährliches Zahlungsvolumen von 100 Milliarden Dollar, die deutsche Seite desselben Anbieters dagegen 10 Milliarden.

Auch die Zahl der bedienten Märkte schwankt je nach Sprachversion zwischen 33 und «30+». Dieselbe Firma nennt am selben Tag also zwei verschiedene Grössenordnungen. Solche Herstellerangaben taugen deshalb höchstens als grober Grössenindikator, nicht als geprüfte Kennzahl, und schon gar nicht als Zusage für einen bestimmten Markt wie die Schweiz.

Neben Stockholm unterhält der Anbieter auch ein Büro in Lausanne, was in Marketingmaterial gelegentlich als Schweiz-Bezug gelesen wird. Ein Bürostandort ist aber kein Marktnachweis: Aus dem Büro in Lausanne folgt weder eine Marktfreigabe noch eine Anbindung Schweizer Banken.

Die deutsche Marktliste des Anbieters nennt die Schweiz nicht, und auch die eigene Gaming-Länderliste bleibt bei den fünf bereits genannten Staaten. Der Unterschied zwischen physischer Präsenz in einem Land und tatsächlicher Produktverfügbarkeit für Casinokunden ist damit klar erkennbar; der nächste Abschnitt prüft ihn direkt an den Kassen der Schweizer Online-Spielbanken.

Trustly bei Schweizer Casinos: Verfügbarkeit im legalen Markt

Ein legales Schweizer Online-Casino ist die von der ESBK (Eidgenössische Spielbankenkommission) bewilligte Online-Erweiterung einer konzessionierten Spielbank; wer nur eine Offshore-Konzession aus Malta oder Curaçao vorweist, darf in der Schweiz kein Casinospiel anbieten. Am 17. März 2026 verzeichnete das ESBK-Verzeichnis zehn bewilligte Online-Spielbanken, neun davon mit einer lesbaren Zahlungsliste. In keiner dieser Listen steht Trustly.

Anders als der deutschsprachige Trustly-Diskurs aus Deutschland und Österreich, der mit Euro-Mindestbeträgen und deutschen Banken wie Sparkassen oder Volksbanken argumentiert, gelten für die Schweiz weder diese Währung noch diese Bankenliste. Die Verfügbarkeit einer Methode für Schweizer Bankverbindungen und CHF-Beträge folgt einer eigenen Prüfung an den tatsächlichen Kassen der ESBK-Casinos, nicht den Angaben von Vergleichsseiten aus dem Nachbarmarkt.

Was die geprüften ESBK-Kassen zeigen

Direkt geprüft wurden vier Anbieter, Stand August 2026: jackpots.chadmiral.chcasineo.ch und starvegas.ch. Alle vier nennen PostFinance Pay und TWINT als Bank-Rail, keiner nennt Trustly, Pay by Bank oder eine andere Open-Banking-Methode. Fünf weitere Anbieter stammen aus einem dokumentierten Paket-Audit vom 4. August 2026 mit demselben Ergebnis; ein Anbieter, swiss4win.ch, veröffentlicht keine auslesbare Zahlungsliste, sodass sich für ihn weder Akzeptanz noch Ablehnung behaupten lässt.

  • jackpots.ch: PostFinance Pay, TWINT und Banküberweisung; Auszahlung gebührenfrei, in der Regel innert 3–4 Arbeitstagen. Praktisch für alle, die die Auszahlungsdauer vorher schwarz auf weiss lesen wollen.
  • admiral.ch: sieben Methoden inklusive TWINT und PostFinance, alle ab CHF 10 und ohne Gebühr; Skrill steht dort zusätzlich als Auszahlungsweg.
  • casineo.ch: sechs Methoden inklusive TWINT und PostFinance/Postcard, CHF 10 Minimum und ausdrücklich kein Mindestauszahlungsbetrag. Sinnvoll für alle, die kleine Beträge abholen.
  • starvegas.ch: acht Methoden inklusive TWINT und PostFinance, Limiten zwischen CHF 10 und CHF 10’000. Als einzige der vier Kassen nennt sie damit eine Obergrenze.

Vor der Einzahlung prüfen: Kasse statt Domainname

Die Verfügbarkeit einer Zahlungsmethode lässt sich nur an der Kasse selbst prüfen, nicht am Domainnamen und nicht am Markenversprechen einer Vergleichsseite. Fünf Punkte klären den Fall für ein Schweizer Angebot, und die Zahlungsmarke steht dabei nicht an erster Stelle:

  • ESBK-Bewilligung des Casinos zuerst prüfen – sie entscheidet über die Legalität, nicht die Zahlungsmarke.
  • TWINT oder PostFinance Pay statt Trustly einplanen, weil beide bei ESBK-Casinos tatsächlich verankert sind.
  • Auszahlung realistisch einordnen: praktisch immer per Banküberweisung, 3–4 Arbeitstage, auf ein Konto im eigenen Namen.
  • Gebühren und Limits auf der Kassenseite des gewählten Casinos gegenlesen, solange noch kein Geld geflossen ist.
  • Bonusbedingungen an der Einzahlungshöhe und am Playthrough messen, nicht an der Zahlungsmarke.

Die Domain-Falle: trustlycasino.ch

Wer «Trustly Casino» direkt als Domainnamen liest, landet leicht in einer Falle: Die Adresse trustlycasino.ch zeigt kein Trustly-Angebot, sondern leitet mit einer HTTP-301-Weiterleitung auf hitnspin-casino.ch um. Die Zielseite selbst schreibt:

«HitnSpin Casino wird nach eigenen Angaben unter einer Lizenz aus Curaçao betrieben und ist kein in der Schweiz konzessioniertes Casino.»

Auch dort fehlt Trustly unter den genannten Zahlungsmethoden. Ein Domainname mit Methodenbezug ist damit weder ein Beleg für die Methode noch für eine Schweizer Bewilligung; er kann ebenso auf ein nicht bewilligtes Angebot führen, das unter die Netzsperre nach Art. 86 BGS fällt.

Trustly im Vergleich zu Twint und PostFinance Pay

Die drei Methoden lösen dieselbe grundsätzliche Aufgabe, nämlich die Zahlung direkt aus dem Bankumfeld, ohne Karte. Sie unterscheiden sich aber genau dort, wo es für die Wahl zählt: bei der tatsächlichen Verfügbarkeit im legalen Schweizer Segment. Der folgende Vergleich bündelt die Werte aus den geprüften ESBK-Kassen und aus den Angaben des Anbieters.

MethodeVerankerung bei CH-ESBK-CasinosEinzahlungAuszahlungMinimumGebühr für Spielende
Trustlybei keiner der neun lesbaren Kassen gelistetnicht dokumentiertnicht dokumentiertkeine anbieterseitige Grenze; Bank und Händler entscheidennicht belegt
TWINTbei vier direkt geprüften Anbietern bestätigtsofortnein (deposit-only)CHF 100
PostFinance Payin allen vier geprüften Kassen gelistetsofortnein, Auszahlung läuft separatCHF 100 für Spielende; rund 1,3 % Händlergebühr trägt der Betreiber

In der Praxis bleibt damit eine Wahl zwischen zwei bankenverankerten Methoden, nicht drei. TWINT läuft über die Bank-App und eignet sich für schnelle, kleine Einzahlungen; PostFinance Pay läuft über QR-Code oder die PostFinance-App und eignet sich, wenn das eigene Konto ohnehin bei PostFinance liegt. Beide Methoden liefern die Gutschrift sofort, und keine der beiden erlaubt eine Auszahlung auf demselben Weg zurück. Ausgezahlt wird in beiden Fällen klassisch per Banküberweisung.

Gebühren und Limits

Gebühren und Mindestbeträge entscheiden bei bankenverankerten Zahlungsmethoden oft mehr als das Markenversprechen. Bei den vier direkt geprüften ESBK-Kassen ist das Bild einheitlich: CHF 10 Mindesteinzahlung, keine Gebühr für Spielende, und ein Mindestauszahlungsbetrag ist bei keinem Anbieter dokumentiert – casineo.ch nennt ausdrücklich keinen.

MethodeMindesteinzahlungGebühr EinzahlungAuszahlungswegDauer Auszahlung
TWINTCHF 100kein direkter Rückweg
PostFinance PayCHF 100 für Spielendekein direkter Rückweg
BanküberweisungCHF 100direkt3–4 Arbeitstage
paysafecardCHF 10 (kleinster Gutscheinwert)Inaktivitätsgebühr erst ab dem 2. bzw. 13. Monatkein Rückweg

Bei PostFinance Pay gilt darüber hinaus ein allgemeines Tageslimit von CHF 10’000 und ein Monatslimit von CHF 15’000 – Werte, die die Bank für den Zahlungsweg insgesamt setzt, nicht das einzelne Casino. PostFinance Pay ersetzte PostFinance Card und das ältere E-Finance-Verfahren als Online-Zahlungsweg seit Juli 2024 und ist damit die jüngere der beiden Schweizer Bank-Rails.

Diese Zahlen bilden den Stand August 2026 ab und stammen aus den öffentlich einsehbaren Kassenseiten der Anbieter; künftige Änderungen einzelner Casinos sind darin nicht abgebildet. Bei Trustly lässt sich keine dieser Grössen für die Schweiz beziffern, weil kein ESBK-Anbieter die Methode führt – der Anbieter selbst setzt ohnehin keine eigenen Verbraucherlimiten, sondern überlässt das der Bank und dem Händler.

Einzahlung und Auszahlung: Schritt-für-Schritt

Weil Trustly bei keinem ESBK-Casino als Kassenoption erscheint, betrifft der praktische Ablauf die beiden bankenverankerten Methoden, die dort tatsächlich stehen. Beide folgen einem ähnlichen Muster wie Trustlys eigener Vier-Schritte-Ablauf, nur mit Schweizer Bank-Apps statt einem internationalen Zahlungsinstitut.

Einzahlung mit TWINT oder PostFinance Pay

  1. Auf der Kassenseite des ESBK-Casinos TWINT oder PostFinance Pay auswählen.
  2. Betrag eingeben – bei den vier direkt geprüften Kassen liegt das Minimum bei CHF 10.
  3. Bei TWINT die Zahlung in der TWINT-App bestätigen; bei PostFinance Pay per QR-Code oder Login in der PostFinance-App autorisieren.
  4. Gutschrift auf dem Spielerkonto erfolgt sofort, ohne Gebühr für Spielende.

Auszahlung: Identifikation, Namensgleichheit, Banküberweisung

  1. Identifikation (KYC) abschliessen – spätestens dann Pflicht, wenn erstmals Geld ausgezahlt werden soll.
  2. Auszahlung im Kassenbereich anfordern; Ziel ist zwingend ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen, wie es Art. 50 Abs. 2 VGS vorschreibt.
  3. Solange das Spielerkonto nur provisorisch eröffnet ist, bleiben Überweisungen auf CHF 1’000 begrenzt, und Gewinne sind noch nicht auszahlbar (Art. 52 Abs. 3 VGS).
  4. Die Bearbeitung läuft praktisch immer über Banküberweisung; jackpots.ch etwa zahlt gebührenfrei aus, normalerweise innert 3–4 Arbeitstagen.

Ein Rechenbeispiel macht den Ablauf konkret: Eine Einzahlung von CHF 10 per TWINT oder PostFinance Pay bei einem geprüften ESBK-Anbieter kostet Spielende keine Gebühr, und die Gutschrift steht sofort. Zurück kommt das Geld nicht über denselben Kanal, sondern per Banküberweisung auf ein Konto im eigenen Namen, bei jackpots.ch üblicherweise gebührenfrei und innert 3–4 Arbeitstagen.

Nicht jeder Anbieter erlaubt jeden Auszahlungsweg: casineo.ch schliesst zum Beispiel Auszahlungen auf Kreditkarten, Revolut-Karten und Konten Dritter ausdrücklich aus. Das ist eine Regel dieses einzelnen Anbieters, keine allgemeine Schweizer Norm. Verbindlich bleibt die Namensgleichheit nach Art. 50 Abs. 2 VGS, unabhängig davon, welche Bank oder welches Casino die Auszahlung abwickelt.

Trustly und Bonusangebote

Weil keine ESBK-Kasse Trustly führt, gibt es in der Schweiz auch keinen Trustly-spezifischen Bonus. Die Bonuslogik hängt ohnehin an der Einzahlungshöhe und an den Umsatzbedingungen, nicht an der Zahlungsmarke.

Auf der geprüften Bonusseite steht kein Ausschluss einzelner Zahlungsmethoden – ob die Einzahlung per TWINT, PostFinance Pay oder Karte erfolgt, ändert an der Bonusberechtigung nichts. Wer wegen eines Bonusversprechens gezielt nach «Trustly Casino» sucht, setzt damit am falschen Hebel an, weil die Zahlungsmarke den Bonus nicht auslöst.

Wie ein solches Angebot konkret aussieht, zeigt das Willkommenspaket von jackpots.ch über vier Einzahlungen:

  • Die erste Stufe reicht bis zu CHF 700, dazu kommen 200 Freispiele ab einer ersten Einzahlung von mindestens CHF 100.
  • Slots verlangen ein 30-faches Playthrough, Tischspiele wie Blackjack oder Roulette ein 300-faches.
  • Für die Umsetzung bleibt ein Monat ab der Aktivierung des Bonus.

Den Wert eines Bonus bestimmen damit der Mindestbetrag der Einzahlung und die Umsatzbedingung, nicht der Name der Zahlungsmethode. Ein Darlehen oder ein Vorschuss auf künftige Einzahlungen ist dabei ausgeschlossen: Art. 75 Abs. 1 BGS verbietet Veranstalterinnen, Spielenden Kredit oder Vorschüsse zu gewähren.

Mobile Nutzung im Casino

Am Ablauf ändert sich mobil nichts Grundsätzliches: TWINT und PostFinance Pay sind ohnehin für die Nutzung ab dem Smartphone gebaut. TWINT läuft direkt über die Bank-App, PostFinance Pay über QR-Code oder die PostFinance-App, und die Kartenzahlung funktioniert im mobilen Browser genauso wie am Desktop. Eine zusätzliche Casino-App ist bei den vier geprüften Anbietern für die Einzahlung keine Voraussetzung, der mobile Browser reicht.

Für Trustly selbst stellt sich die mobile Frage in der Schweiz praktisch gar nicht: Weder in der Pay-N-Play-Länderliste des Anbieters noch in den geprüften ESBK-Kassen taucht eine Trustly-Option auf – am Desktop so wenig wie auf dem Smartphone. Wer mobil direkt aus dem Bankumfeld einzahlen will, bekommt diese Funktion in der Schweiz heute unter dem Namen TWINT oder PostFinance Pay, nicht unter dem Namen Trustly.

Sicherheit und Regulierung

Sicherheit hat bei Zahlungsmethoden zwei getrennte Ebenen, die sich in diesem Fall auseinanderhalten lassen: die Regulierung des Zahlungsdienstes selbst und die Bewilligung des Casinos, das die Zahlung entgegennimmt. Trustly Group AB steht unter Aufsicht der Finansinspektionen und ist im EWR-Register für Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste eingetragen – solide für die Märkte, in denen der Dienst tatsächlich arbeitet. Für die Schweiz ist diese Aufsicht jedoch zweitrangig, weil kein ESBK-Casino Trustly überhaupt als Zahlungsoption anbietet.

Massgeblich ist stattdessen die Bewilligung des Casinos selbst: Nur eine von der ESBK bewilligte Online-Erweiterung einer konzessionierten Spielbank darf in der Schweiz Casinospiele anbieten. Ein bekanntes Zahlungslogo im Kassenbereich zeigt weder diese Bewilligung noch die tatsächliche Verfügbarkeit einer Methode, wie die Domain-Falle rund um trustlycasino.ch belegt.

Nicht bewilligte Angebote unterliegen der Netzsperre nach Art. 86 BGS; die ESBK-Sperrliste umfasste in der zweiten Ausgabe 2026 bereits 3’398 Einträge. Das Bundesgesetz über Geldspiele kennt dabei allerdings keine eigene Zahlungssperre: Schweizer Banken sind nicht gesetzlich verpflichtet, Casino-Zahlungen zu blockieren, und die Netzsperre selbst wirkt auf DNS-Ebene, nicht über den Zahlungsweg des jeweiligen Anbieters.

Ein Spielerkonto bei einem ESBK-Casino setzt drei Dinge voraus:

  • Volljährigkeit ab 18 Jahren ist zwingend.
  • Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt muss in der Schweiz liegen.
  • Die Identifikation ist abgeschlossen, bevor zum ersten Mal Geld ausgezahlt wird.

«Casino ohne Anmeldung» oder «ohne Verifizierung» existiert im legalen Schweizer Segment deshalb nicht, ganz gleich, welche Zahlungsmethode gewählt wird. Im deutschsprachigen Trustly-Diskurs taucht dieses Versprechen zwar häufig auf, für die Schweiz trägt es nicht.

Eine Offshore-Konzession aus Curaçao ersetzt die Schweizer Bewilligung nicht, wie auch das Beispiel hitnspin-casino.ch mit der eigenen Aussage über die Curaçao-Lizenz offen einräumt. Wer das eigene Spielverhalten einschränken will, kann die schweizweite Spielsperre nutzen oder sich zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym bei SOS Spielsucht beraten lassen.

Fazit zu Trustly in der Schweiz

Trustly bleibt in der Schweiz heute ein Markenname ohne Kasse: Kein ESBK-bewilligtes Online-Casino führt die Methode, und die Ursache liegt am fehlenden EWR-Passport und an der fehlenden Öffnungspflicht Schweizer Banken, nicht an einer bloss noch nicht getroffenen Entscheidung.

TWINT und PostFinance Pay decken dieselbe Funktion praktisch lückenlos ab, mit CHF 10 Mindesteinzahlung, sofortiger Gutschrift und einer Auszahlung, die ohnehin über die Banküberweisung läuft. Die Wahl der Zahlungsmethode ändert dabei weder etwas an der ESBK-Bewilligung des Casinos noch an den Bonusbedingungen.

Wer Bewilligung, Zahlungsweg, Auszahlungsdauer, Gebühren und Bonusbedingungen durchgeht, bevor der erste Betrag das Konto verlässt, vermeidet sowohl die Domain-Falle als auch falsche Erwartungen an eine Zahlungsmethode, die es im legalen Schweizer Segment schlicht nicht gibt.

FAQ – Häufig gestellten Fragen

Ist Trustly bei Schweizer Online-Casinos verfügbar?

Nein: Bei keiner der neun lesbaren ESBK-Kassenlisten steht Trustly. Auch die vier direkt geprüften Anbieter admiral.ch, casineo.ch, starvegas.ch und jackpots.ch führen die Methode nicht. Wer dieselbe Funktion sucht – Zahlung direkt aus dem Bankumfeld, ohne Karte –, findet sie unter TWINT oder PostFinance Pay.

Ist Trustly sicher?

Ja: Trustly Group AB untersteht der schwedischen Finanzaufsicht Finansinspektionen; im Register stehen Zahlungsauslösung (PIS) und Kontoinformation (AIS) als zugelassene Dienste. Für Spielerinnen und Spieler in der Schweiz bleibt die Frage praktisch nachrangig, weil kein ESBK-bewilligtes Casino die Methode überhaupt anbietet. Massgeblich für die Sicherheit der Einzahlung ist dort die Bewilligung des Casinos selbst.

Fallen bei Trustly Gebühren an?

Teilweise unklar: Trustly setzt laut eigenen Angaben keine eigenen Verbraucherlimiten oder -gebühren, massgeblich sind Bank und Händler – ein Schweizer Praxisbeispiel fehlt aber, weil kein ESBK-Casino die Methode führt. Bei den tatsächlich verankerten Alternativen TWINT und PostFinance Pay zahlen Spielende in allen vier geprüften Kassen keine Gebühr.

Kann ich mit Trustly auch Geld auszahlen lassen?

Nein, jedenfalls nicht in der Schweiz: Trustly wird dort schon als Einzahlungsmethode nicht geführt, ein Auszahlungsweg ist deshalb erst recht nicht dokumentiert. Bei den vorhandenen bankenverankerten Methoden läuft die Auszahlung praktisch immer über die klassische Banküberweisung auf ein Konto im eigenen Namen, meist innert 3–4 Arbeitstagen.

Was ist der Unterschied zwischen Trustly und Twint?

Trustly ist ein europäisches Open-Banking-Zahlungsinstitut mit EWR-Passport, das aber keine Schweizer ESBK-Kasse führt. TWINT ist dagegen ein Schweizer bankgebundener Zahlungsweg, den admiral.ch, casineo.ch und starvegas.ch direkt als Einzahlungsmethode ab CHF 10 nennen. Der praktische Unterschied: TWINT funktioniert heute bei ESBK-Casinos, Trustly nicht. Ausgezahlt wird bei beiden nicht auf demselben Weg zurück, der Rückweg bleibt die Banküberweisung.

Brauche ich für Trustly ein Casino-Konto?

Ja, immer: Ein Spielerkonto mit Identifikation und Wohnsitz in der Schweiz ist bei einem ESBK-bewilligten Casino Pflicht, unabhängig von der Zahlungsmethode. Trustlys kontofreier Pay-N-Play-Ablauf ist laut Anbieter ohnehin nur für fünf europäische Märkte ausgewiesen, die Schweiz gehört nicht dazu.

Wie schnell ist eine Trustly-Einzahlung sichtbar?

Für die Schweiz lässt sich das nicht prüfen, weil keine ESBK-Kasse Trustly anbietet. Der Anbieter selbst nennt für die Märkte, in denen der Dienst arbeitet, je nach Produktseite Einzahlungen in 6 bis 9 Sekunden. Bei den tatsächlich verankerten CH-Methoden TWINT und PostFinance Pay ist die Gutschrift in den vier direkt geprüften Kassen ebenfalls sofort sichtbar.

Was passiert, wenn meine Bank nicht an Trustly angebunden ist?

Dann lässt sich Trustly für diese Zahlung nicht nutzen: Der Dienst setzt laut eigenen Angaben keine eigenen Limiten, sondern hängt von der Freigabe durch Bank und Händler ab. In der Schweiz stellt sich die Frage praktisch ohnehin nicht, weil keine ESBK-Kasse die Methode führt; TWINT und PostFinance Pay sind dagegen bei allen vier direkt geprüften Anbietern verankert.